Mantren & Kirtan

Das Singen von Mantren ist eine schöne Art, den Geist zu beruhigen und sich mit einer höheren Kraft zu verbinden, egal ob du sie nun Gott, Shiva oder Buddha nennst. Mantren sind heilige Worte und werden traditionell in Sanskrit gesungen, einer alten indischen Sprache, in der viele antike spirituelle Texte verfasst wurden. Man sagt, dass die Silben der Mantren positive energetische Schwingungen in sich tragen und sie werden mit der Absicht rezitiert, sich mit dem jeweiligen Aspekt des Göttlichen zu verbinden.

Das Harmonium hat in Indien einen festen Platz zur Begleitung von klassischer und religiöser Musik. Kirtan ist die Form von Mantrasingen, bei der die Zuhörer im Wechsel mit dem Sänger mitsingen. Dabei reicht die Bandbreite von ruhigen langsamen Liedern bis hin zu kraftvollen Mantren, die das Publikum auch gerne mal zum Tanzen bringen.

Mein Weg von klassischer zu spiritueller Musik

Bei der Teilnahme von Yogastunden, Workshops und in meinen Yogalehrer-Ausbildungen habe ich das Mantrasingen kennen und lieben gelernt. Es hilft mir, meinen Geist zu beruhigen, meine Stimmung zu verbessern und höhere Bewusstseinszustände zu erreichen. Als ich meine erste Yogalehrer-Ausbildung 2012 in Tiruvannamalai in Indien absolviert habe, sind wir jeden Tag für eine Stunde zusammengekommen, um gemeinsam Mantren zu singen. Das war eine wohlverdiente Pause für Körper und Geist, denn wir waren von früh bis spät mit intensivem Lernen beschäftigt.

Seitdem ich in Bali lebe, konnte ich zahlreiche Kirtans besuchen, mal in kleinem Rahmen in Yogastudios, mal waren es große Events mit mehr als 150 Leuten, bei denen die Stimmung gigantisch war und die Leute in Ekstase getanzt und gesungen haben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass so viele tolle Musiker ihren Weg nach Bali finden, um ihre Leidenschaft für spirituelle Musik zu teilen und eine schöne Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu schaffen. Ich erinnere mich sehr gut an meinen ersten Chanting Circle mit Kevin James in einer unglaublich schönen Villa in Ubud 2012. Dieser Abend hat mich total beindruckt und ich bin in eine ganz andere Welt eingetaucht. Ich erinnere mich daran, dass ich damals dachte – Wow, wie schön es wäre hier dazuzugehören. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht im geringsten geglaubt, dass es Wirklichkeit werden würde – nämlich tatsächlich in Bali zu leben und sogar 2019 mit ihm gemeinsam vor 200 Leuten spielen würde!

In den letzten Jahren ist die Musik wieder zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden, nachdem ich begonnen hatte regelmäßig Mantren zu singen und Harmonium zu spielen, was sich doch ziemlich von meiner früheren Musiker-Karriere als Klarinetten-Lehrerin unterscheidet. Mein musikalischer Hintergrund mit dem Musik-Studium (und die Tatsache dass ich damals Klavier lernen musste) hat es mir zum Glück sehr leicht gemacht, schnell in die Materie einzutauchen. Während meiner Reisen nach Indien habe ich dann zwei Harmonien gekauft, die ich nach Bali gebracht habe. Ich hatte sehr viel Freude daran, Lieder und Mantren aus verschiedenen Traditionen zu sammeln, die Akkorde herauszufinden und sie für mich zu Hause zu üben. Nach einiger Zeit habe ich dann begonnen, für andere und mit anderen gemeinsam zu singen.

Warum Mantren und spirituelle Musik so wichtig für mich sind

Egal aus welcher Tradition die Lieder und Mantren kommen, am Ende geht es darum, in Kontakt mit einer höheren Energie zu kommen und sich mit den verschiedenen Aspekten der Schöpferkraft zu verbinden. Somit wird das Singen traditionsübergreifend zu einer hingebungsvollen Verbeugung vor dem Göttlichen. Auch wenn nicht jeder gleich Zugang zu dieser spirituellen Praxis findet macht es auch einfach nur Spaß, gemeinsam zu singen. Bereits das Hören von spiritueller Musik kann viel bewirken. Früher hatte ich immer das Radio laufen, Rock und Pop vom SWR3 Sender lief bei mir den ganzen Tag im Hintergrund. Mittlerweile höre ich bevorzugt spirituelle Lieder von Deva Premal, Snatam Kaur, Kevin James, Girish, Jai Uttal, Mirabai Ceiba und Wah. Wenn wir in die Tiefe von Bhakti Yoga eintauchen, dem hingebungsvollen Pfad des Yoga, kann das große Veränderungen auf geistig-emotionaler Ebene bewirken und unsere Schwingung erhöhen.

Wenn ich singe und spiele, kommt mein Geist zur Ruhe, Gedanken kommen zum Stillstand und ich fühle mich mehr mit der Schöpferkraft verbunden. Die Freude am Singen und Musizieren ist umso größer, wenn ich sie mit anderen teilen kann zum Beispiel bei Kirtans und Kakao-Zeremonien zusammen mit anderen Musikern, oder wenn ich Mantren in meine Yogastunden einbaue.

Derzeit biete ich Kirtans und Kakao-Zeremonien in Udara Bali an, wo ich auch Yoga unterrichte. Jeder ist hierzu willkommen, unabhängig vom kulturellen Hintergrund und Erfahrungslevel.

Ich biete auch individuellen Harmonium-Unterricht an und bringe dir sehr gerne Mantren und spirituelle Lieder aus ganz verschiedenen Traditionen bei. Diese Sessions können entweder hier vor Ort in Bali als auch über Skype vereinbart werden. Bist du neugierig geworden, mehr darüber zu erfahren? Ich freue mich auf deine Nachricht!

Schreibe einen Kommentar